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Forum 1: Kompetenzdiagnosen und Orientierungsbausteine als Instrumente der wirtschaftsnahen Berufsvorbereitung
Einschätzungen über Interesse und Eignung für bestimmte Berufe werden in BERUFSSTART aus den Ergebnissen der Kompetenzfeststellung, den Berufsorientierungsbausteinen bei Bildungsträgern und betrieblichen Bausteinen gewonnen. Aus diesen Ergebnissen können nach zwei Jahren Empfehlungen für die Wahl geeigneter Ausbildungsberufe abgeleitet werden, die differenzierter sind als übliche Beurteilungs- und Auswahlverfahren.
Themen dieses Forums waren neben der Vorstellung der Verfahrensweise die Umsetzung bei den Bildungsträgern sowie die Verwertung der Ergebnisse in den Schulen. Die Kompetenzdiagnose in BERUFSSTART hat eine Rolle gespielt bei der Entwicklung der Qualitätsstandards für Verfahren zur Kompetenzfeststellung im Übergang Schule – Beruf, die im Rahmen der Transferphase des BQF-Programms erarbeitet wurden.
Einführung
Peggy Greiser, BTZ Rohr-Kloster
In einem einleitenden Vortrag wurde eine Übersicht über den Verlauf von BERUFSSTART gegeben. Das Verfahren der Kompetenzdiagnose mit seinen verschiedenen Bestandteilen wurde vorgestellt und ein Beispiel für die Auswertung gegeben.
Weiterhin wurde die Auswahl an Orientierungsbausteinen sowie deren Auswertung präsentiert.
Anhand der Ergebnisse der Kompetenzdiagnosen werden Empfehlungen für die individuelle Bildungswegplanung formuliert.
Die wesentlichen Inhalte der Diskussion: - In der Diskussion wurde kritisch hinterfragt, inwieweit BERUFSSTART tatsächlich eine individuelle berufliche Orientierung ermögliche. Es wurde der Sorge Ausdruck verliehen, Schülerinnen und Schüler unter Hinweis auf den regionalen Arbeitsmarkt zu früh in bestimmte Berufe bzw. Berufsfelder zu lenken, anstatt ihnen eine berufliche Orientierung zu ermöglichen, die u. U. jenseits der örtlichen Bedingungen des Arbeitsmarktes oder der vorhandenen Orientierungsbausteine läge. Insbesondere der Vertreter der Agentur für Arbeit sprach sich für die Möglichkeit einer individuellen beruflichen Orientierung aus. Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang auch die Gefahr der (dauerhaften) Abwanderung von Jugendlichen aus der Region. Hier wurde für eine verstärkte Imagewerbung gerade solcher Berufe plädiert, die in der Region zwar ausgebildet werden, von Jugendlichen häufig aber nicht in die engere Wahl gezogen werden, weil es sich um Berufe handelt, die bei Klassenkameraden, Freundinnen und Freunden kein hohes Ansehen genießen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums 1 zeigten sich überzeugt, dass eine verstärkte Imagewerbung dazu führt, diese Berufe bekannter zu machen und in das engere Auswahlspektrum der Jugendlichen zu rücken.
- Ein Trägervertreter berichtete, dass er regelmäßig mit den Schülerinnen und Schülern, die einen Orientierungsbaustein bei ihm absolvieren, auf Baustellen bzw. in Betriebe fährt, die im Berufsfeld des Orientierungsbausteins arbeiten. Dadurch haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, „live“ zu erleben, wie es auf einer Baustelle, in einem Betrieb zugeht. Auf der Baustelle bzw. im Betrieb können die Schülerinnen und Schüler eine Realität erleben, die er als Bildungsträger nicht abbilden kann. Durch diese Besuche würden manche Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler relativiert. Dieser Beitrag wurde von vielen Anwesenden ausdrücklich begrüßt und als Anregung für die eigene Arbeit aufgegriffen. Diskutiert wurde in diesem Kontext auch die Notwendigkeit, im Rahmen der Orientierungsbausteine berufliche Monotonie abzubilden, um die Schülerinnen und Schüler nicht im Glauben zu lassen, das ausgewählte Berufsfeld berge ausschließlich kurz getaktete, höchst abwechslungsreiche Arbeiten. Im Anschluss an die Präsentation und die Diskussion zu BERUFSSTART blieb keine Zeit, die „Qualitätsstandards für Verfahren zur Kompetenzfeststellung im Übergang Schule – Beruf“ vorzustellen. Eine kurze Info zu den Qualitätsstandards finden Sie hier ( 89 kb).
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