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Gemeinsame Auftaktveranstaltungen der HWK und IHK Ostthüringen

 
Mit Beginn des neuen Schuljahres 2011/12 haben sich erstmalig die Handwerkskammer für Ostthüringen und der OAV Gera / IHK Ostthüringen zu drei gemeinsamen Auftaktveranstaltung - Gera, Zeulenroda und Rudolstadt -  mit den beteiligten Schulen, den Bildungsträgern und den zuständigen Agenturen für Arbeit Altenburg, Gera und Jena entschieden. Durch die Veranstaltungen führte die Handwerkskammer für Ostthüringen, vertreten durch Herrn Hohle und Frau Schmalfuss sowie den jeweiligen Bildungsstättenleitern. Es wurde über den Stand der Bund-Länder-Vereinbarung in Thüringen und somit ein Ausblick seitens der Projektleitung bis 2014 gegeben.
Anregungen zur Optimierung der Zusammenarbeit an den Schnittstellen der beteiligten Partner fanden offene Ohren. Die Teamleiter und Berufsberater der Agenturen für Arbeit brachten sich dabei rege in die Diskussionen ein.  
In einer kleinen Ausstellung in der Bildungsstätte Rudolstadt, wurden von Schülerinnen und Schülern gerfertigte und berufsfeldbezogene Übungsstücke und Modelle gezeigt sowie Aufgabenstellungen für die fachpraktischen Übungen vorgestellt. Während eines abschließenden Rundganges konnten sich die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches von der guten Qualität bei der Durchführung der Kompetenzfeststellung der RS "Friedrich Schiller" Rudolstadt überzeugen.
                                
 

Feierlicher Abschluss der 1. Fortbildungsmaßnahme für Berufsorientierungskoordinatoren

 
Mit der Fortbildung zum BOK wurde in Thüringen Neuland beschritten, um den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen begegnen zu können. Auf Initative der Projektleitung "BERUFSSTART plus"  wurde diese Fortbildung 2009 in Leben gerufen. Lediglich in Nordrhein-Westfalen gibt es Ähnliches.
Im Zeitraum März 2010 bis Juni 2011 wurden parallel zum Schulalltag Lehrkräfte zu Experten fortgebildet, die künftig eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Schulkonzeptes zur Berufsorientierung ausüben und die schulische Berufsorientierung in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung, den Bildungsbegleitern der Kammern und den Berufsberatern der Agentur koordinieren werden.
Frau Dr. Baumgart betonte während der Abschlussveranstaltung am 17. August 2011 in der Schuler-Weingart AG Erfurt, dass mit der Fortbildung ein bedeutender Beitrag für die Qualitätsentwicklung von Schulen im Allgemeinen und für die Berufsorientierung im Besonderen geleistet worden ist.
136 Lehrerinnen und Lehrer von BERUFSSTART plus Schulen haben an dieser Fortbildung teilgenommen. Erfreulicherweise haben 95 Teilnehmer mindestens 5 der angebotenen Module und das Praxismodul besucht und somit die Bedingungen für das Abschlusszertifikat erfüllt.
Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zeigt sich zuversichtlich, dass die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure im Bereich der Berufsorientierung und das gegenseitige Verständnis von Wirtschaft und Schule damit neue Dimensionen erreichen werden.
 
                      
 
 
 

Betriebliches Praktikum - clever aufbereitet!

 
Eine besondere Art der Praktikumsauswertung wird an der Staatlichen Regelschule in Gößnitz - nun schon zum zweiten Mal – praktiziert.
Die Regelschüler der 9. Klassen stellen ihre Praktikumswoche in Form von Präsentationen vor. Als Gäste sind außer den Mitschülern auch die Schulleiterin Frau Annegret Pinther, die Klassenlehrerin Frau Brita Weiße, die Berufsorientierungskoordinatorin Frau Carina Bothe, die Bildungsbegleiterin Frau Irmgard Kirmse sowie die Eltern eingeladen.
Für die Vorbereitung wurden die Schüler schon vor dem Praktikum beauftragt, Material, wie Informationen, Bilder und Anschauungsstücke zu sammeln. In drei  Unterrichtsstunden hatten die Schüler Zeit, ihre Präsentationen mit Unterstützung von Frau Bothe vorzubereiten. Schüler mit ähnlich gelagerten Praktika‘s haben eine gemeinsame Präsentation erarbeitetet.
Für das Vortragen wurden im Anschluss zwei Unterrichtsstunden genutzt, wozu in diesem Jahr erstmals die Schüler der 8a und 8b mit ihren Klassenlehrerinnen zur Präsentation eingeladen wurden. Die 8. Klassen sollen noch in diesem Schuljahr ihr erstes Praktikum absolvieren und vielleicht bekommt der Eine oder Andere noch eine Anregung zur Wahl eines Praktikumsbetriebes.

 

Aber auch für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse ist diese Form der Auswertung sehr sinnvoll, da sie auch noch Eindrücke aus anderen Berufsfeldern und/oder Firmen bekommen. Schließlich müssen sie sich bald entscheiden und die für sie richtige Berufswahl treffen oder es entsteht der Wunsch, noch ein zusätzliches freiwilliges Praktikum in den Ferien zu machen.
                                     Caroline Zöpel überzeugte als "zukünftige" Orthopädietechnikerin durch ein Anschauungsstück
Für mich als Bildungsbegleiter sind diese Vorträge auch sehr wertvoll, da ich die gewonnen Informationen für die Beratung und Begleitung künftiger Schüler nutzen kann. Auch die Aufbereitung der Daten, die an die Arbeitsagentur gehen, kann ich durch diese Informationen noch ergänzen.
Die Berufsorientierungskoordinatorin Frau Bothe sieht durch die Präsentationen einen Weg, sich als Schule nach außen zu präsentieren. Da sie die Vorbereitung, Betreuung und Auswertung der Praktika‘s mit den Schülern organisiert hat, kann sie eine positive Wirkung bei den Schülern erkennen. Für diese ist es eine Art Wiederholung und Vertiefung des Praktikums und Trägt entscheidend zur Berufsfindung bei. Auch für ihre Arbeit als Berufsorientierungskoordinatorin hat Frau Bothe viele Impulse erhalten.
In diesem Schuljahr hat die Regelschule Gößnitz erstmals das Q-Siegel „Berufswahlfreundliche Schule“ erhalten.
Frau Irmgard Kirmse                                                                     Frau Carina Bothe
Bildungsbegleiterin                                                                       Berufsorientierungskoordinator

                                                                                                                                                                                

 

 

 

 

 

 
 

BERUFSSTART plus lässt keinen allein

 

Das Team um Projektleiterin Peggy Greiser weiß, worauf es bei der Berufsorientierung ankommt. Damit dies wie in den vergangenen acht Jahren so bleibt und alle im einzigen Thüringenweiten Projekt zur dualen Berufsorientierung an einem Strang ziehen, haben regelmäßige Projektabstimmungen und Erfahrungsaustausche einen hohen Stellenwert.

 

Das Team, das sind 25 Bildungsbegleiter/innen der sechs Thüringer Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammern, die jeweils rund 500 Schülerinnen und Schüler individuell ab Klasse 7 bis zum Übergang Schule–Beruf und teilweise darüber hinaus begleiten. Dieses in Thüringen und Deutschland einmalige Projekt nennt sich BERUFSSTART plus und bietet Schülerinnen und Schülern von Regelschulen die Möglichkeit, sich wirtschaftsnah beruflich zu orientieren.

 

Während das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) seit 2008 ein wissenschaftliches Modell vom Fachgebiet Psychologie der Universität Erfurt entwickeln ließ (Veröffentlichung am 21. Januar 2011), waren und sind Wirtschaft und Schulen schon viele Schritte weiter: Das von den Wissenschaftlerinnen entwickelte Thüringer Berufsorientierungsmodell (ThüBOM) beschreibt wie Berufsorientierung gestaltet werden könnte. Unter anderem sollte die berufliche Orientierung spätestens mit 14 Jahren beginnen, kontinuierlich und nicht nur punktuell erfolgen, praxisnah gestaltet werden und ein Coaching umfassen, welches die Ergebnisse und Entwicklungen mit den Schülerinnen und Schülern regelmäßig reflektiert. Bereits 2003 starteten alle Industrie- und Handelskammern sowie  Handwerkskammern in Thüringen das Projekt BERUFSSTART zur dualen Berufsorientierung. Seit dem wird das Projekt vom Freistaat Thüringen mit  Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie durch die Bundesagentur für Arbeit und Eigenmittel der Wirtschaft finanziert. „136 BERUFSSTART-Schulen gestalten damit heute schon eigenverantwortlich ihre Aktivitäten zur Berufsorientierung.“, betont der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südthüringen (Sitz der Projektleitung), Friedhelm Enke.

 

Mit der Teilnahme an BERUFSSTART plus haben sich die schulinternen Konzepte zur Berufsorientierung in diesen Regelschulen maßgeblich verbessert: So stellt beispielsweise der Leiter der Regelschule Heyderode, M. Hohlbein, fest, dass durch das Projekt BERUFSSTART plus die Qualität der Berufwahlvorbereitung an seiner Schule „…auf eine neue Stufe gehoben wurde“.

 

Orientierungsmöglichkeiten bestehen in allen Branchen, von A wie Agrarwirtschaft, über E wie Elektrotechnik bis hin zu Gesundheit und Soziales. Kammerübergreifende Orientierung heißt das im Konzept. Keine Branche wird bevorzugt, aber auch keine vergessen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Wahl in 13 Berufsfeldern gemäß Berufesystematik des Bundesinstitutes für Berufliche Bildung (BiBB). Zu leisten war und ist dies nur in enger Kooperation mit mehr als 40 Bildungsträgern in Thüringen, von Eisenach bis Altenburg sowie von Nordhausen bis Sonneberg sowie rund 14.000 Praktikumsbetrieben. Denn es werden aktuell 14.807 Schülerinnen und Schüler durch die Bildungsbegleiter/innen betreut.

 

Das Konzept leistet damit weit mehr als eine individuelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler. Sie können sich beispielsweise über vier Jahre hinweg (insgesamt sechs bis sieben Wochen) in allen Berufsfeldern praktisch ausprobieren. Wichtige Impulse durch das Projekt sieht die Leiterin der Regelschule Kranichfeld, U. Löther, auch für die Arbeit mit dem Thüringer Berufswahlpass: „Das Projekt ist zum unverzichtbaren Bestandteil unserer Arbeit mit dem Thüringer Berufswahlpass geworden.“ 

 

Die Agentur für Arbeit schätzt vor allem die gute Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Beratungsgespräche: „Die Zusammenarbeit mit dem Berufsberater gestaltet sich effizienter, da er aus dem Prozess des Projektes BERUFSSTART plus wertvolle Informationen über die Entwicklung des einzelnen Schülers erhält und so über eine fundierte Grundlage für seine weitere Beratung verfügt.“, so die Erfahrung der Schulleiterin A. Steinmetz von der Staatlichen Regelschule „Friedrich Schiller“ in Rudolstadt.

 

Es ist nicht verwunderlich, dass jährlich weitere Schulen anfragen, ob sie in das Projekt aufgenommen werden können. So stehen auch dieses Jahr mindestens 20 Schulen auf der „Warteliste“. Qualität setzt sich durch. Da „Schule“ heute den Auftrag hat, auf das Leben vorzubereiten und Berufsorientierung für die Berufswahlentscheidung von größter Bedeutung ist (darin sind sich Thüringer Wissenschaftler, Wirtschaft und Ministerien durchaus einig), nutzten viele Schulen dankend BERUFSSTART plus. Schulen wären ohne diese Unterstützung nicht in der Lage, Berufsorientierung so umfassend und nachhaltig zu leisten, betonen viele Leiter von Projektschulen. Die Erfolge der vergangenen Jahre sprechen zudem für sich: Die Quote für den Übertritt in eine duale Ausbildung liegt wesentlich höher als der Thüringer und der Bundes-Durchschnitt. Außerdem ist die Abbrecherquote des ersten Lehrjahres deutlich gesunken.

 

Darüber hinaus, und darauf sind alle Projektbeteiligten besonders stolz, diente das Konzept 2009 als Grundlage für das Berufsorientierungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im Hause von Frau Schavan wurden die vielfältigen Erfahrungen über mehrere Jahre sehr interessiert aufgenommen. Die Ergebnisse waren zugleich so überzeugend, dass auf eine gesonderte Qualitätsprüfung (Evaluation) durch das BMBF schließlich verzichtet wurde.

 

Wie geht es weiter mit BERUFSSTART plus und der Berufsorientierung in Thüringen? Erste Zusagen zur Finanzierung vom Freistaat Thüringen und von der Bundesagentur für Arbeit für die Finanzierung bis zum Ende der Förderphase 2013 liegen bereits vor. Die Projektleitung und Kammervertreter sind zudem Teil einer Arbeitsgruppe im TMBWK, die seit einem halben Jahr die Grundzüge von künftigen Regelleistungen der Berufs- und Studienorientierung in Thüringen plant. Das ThüBOM hat umfassend belegt, dass BERUFSSTART plus genau die Elemente bietet, die eine wirtschaftsnahe Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler heute erfordert. Das Team der Bildungsbegleiter/innen der Kammern unterstützt intensiv diese Absichten. Als unentbehrliches Bindeglied zwischen Wirtschaft und Schule tragen die wirtschaftsnahen Bildungsbegleiter/innen zur Qualitätssicherung und zur zukunftsweisenden Umsetzung von BERUFSSTART plus bei.

 

Eine fundierte duale Berufs- und Studienorientierung nach diesem Vorbild sollte  allen Schulen in Thüringen zugänglich gemacht werden. Dies wünschen sich Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer.

 

Neugierig geworden? Dann besuchen Sie uns auf unserer Homepage www.berufsstartplus-thueringen.de.
 
 
Regelschule Gößnitz erhält Prädikat "berufswahlfreundlich"
 

Am 25.01.2011 war für die Regelschüler der RS Gößnitz ein besonderer Tag. Die Schule hat mit Unterstützung von BERUFSSTART plus das Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" verliehen bekommen.

Wir wünschen allen beteiligten Schülern und Lehrern der Schule weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer gesteckten Ziele.

 

 http://www.otz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Regelschule-Goessnitz-erhaelt-Praedikat-berufswahlfreundlich-459844932

 

 

 
Berufsorientierungskoordinatoren der BERUFSSTART plus - Schulen werden zu Kunden auf dem Marktplatz für Bildung
 

Am 14. Dezember 2010 wurde im Rahmen der Fortbildung der Berufsorientierungskoordinatoren (BOK) im BIZ der Agentur für Arbeit Erfurt das Modul 5, unter Beteiligung der Akteure von BERUFSSTART plus, durchgeführt. Dazu erklärten sich Vertreter verschiedener Institutionen und Betriebe für die Gestaltung eines Marktplatzes mit Ständen bereit. Dieser bot den Berufsorientierungskoordinatoren die Möglichkeit, sich über die berufliche Orientierung, die verschiedenen Ausbildungseinrichtungen bis hin zu weiterführenden Bildungsangeboten zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.

Als Gesprächspartner standen Vertreter der Industrie- und Handelskammern, Handwerksakammern, Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Erfurt, Vertreter der Industrie, der Land- und Forstwirtschaft, der Bildungsträger sowie der Landeselternvertretung für alle Interessenten zur Verfügung.

Dieser Tag war für alle Beteiligten ein voller Erfolg!